
Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie und Kunststoff verarbeitenden Industrie (HDH) fordert gemeinsam mit 42 Wirtschaftsverbänden, die geplante Kürzung des Auslandsmesseprogramms (AMP) 2027 zurückzunehmen. Stattdessen soll der Etat auf 49 Millionen Euro steigen. Die Verbände warnen vor Nachteilen für den exportorientierten Mittelstand.
Gerade kleinere und mittlere Unternehmen nutzen die vom Bund geförderten Gemeinschaftsstände, um neue Auslandsmärkte zu erschließen. Für die Kunststoffverarbeitung, Möbel- und Sägeindustrie ist das besonders relevant: Mehr als 30 bis 40 Prozent der Umsätze beziehungsweise Produktion entfallen auf das Ausland. Angesichts von Zollkonflikten und geopolitischen Risiken gewinnt die Diversifizierung der Absatzmärkte zusätzlich an Bedeutung.
Die wirtschaftliche Wirkung des Programms ist laut BAFA-Evaluation erheblich: Jede investierte Million Euro soll rund 216 Millionen Euro zusätzlichen Exportumsatz generieren und 372 Arbeitsplätze schaffen oder sichern. Der AMP-Etat von 44 Millionen Euro für 2026 steht damit rechnerisch für rund 9,5 Milliarden Euro Exportumsatz und mehr als 16.000 Arbeitsplätze.
Gleichzeitig stagniert der Etat seit 2016, während die Kosten für Auslandsmessen um bis zu 40 Prozent gestiegen sind. Deutschland plant 2027 nur noch rund 200 Gemeinschaftsstände – weniger als die Türkei (330) und Italien (250).
Quelle: Hauptverband der Deutschen Holzindustrie und Kunststoff verarbeitenden Industrie / Bild: Pixabay
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