Start Interview 3 Fragen der IECA an Kristin Westphal

3 Fragen der IECA an Kristin Westphal

Als gelernte Werbekauffrau und studierte Germanistin wollte Kristin Westphal eigentlich mal Journalistin werden. Aber ein Praktikum im Eventbereich kam dazwischen und sie hat Ihren Jobwunsch noch einmal komplett überdacht. Das war 2004; seitdem hat Kristin im In- und Ausland mit verschiedensten Kunden die unterschiedlichsten Eventformate betreut, beraten und umgesetzt. Das Ziel der Veranstaltung stets vor Augen arbeitet sie strukturiert und versteht es, aus den individuellen Gewerken ein Hand-in-Hand arbeitendes Team zu formen. Mit Humor und viel Empathie ist Kristin Projektleiterin mit Herz & noch mehr Know-How.
Wenn Sie nicht die Fäden der Online-, Hybrid-, oder Offline-Veranstaltungen in der Hand hält, ist Sie Dozentin für Eventmanagement und teilt Ihr Wissen mit der kommenden Projektleiter-Generation.

Die Internationale Event- & Congress-Akademie (IECA) konnte Kristin Westphal drei Fragen zum Thema „Zukunft digitaler Events“ stellen:

IECA
Wie sieht die Zukunft digitaler Events aus? Ist das die neue und vorherrschende Form von Veranstaltungen oder eine sinnvolle Ergänzung zu bisherigen Formaten?

Kristin Westphal
Im Moment ist es unbestritten die Form, in der Events gedacht und durchgeführt werden. Wichtig finde ich, hier nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen; digitale Veranstaltungen sind ein eigenständiges Format mit eigenen Regeln, Herausforderungen und Möglichkeiten. Damit das digitale Event erfolgreich wird, Spaß macht und in Erinnerung bleibt, muss man an vielen Stellen neu denken und Einiges dazulernen. Wie die Zukunft für dieses Format aussieht? Schwer zu sagen, ich denke, das wird sich zeigen. Ich persönlich wäre ein Fan davon, Virtuelles sinnvoll mit Liveformaten zu verknüpfen. Dadurch, glaube ich, steigert sich der Erlebniswert für die Zuschauenden und Events zeigen so, wie zukunftsorientiert sie sind und wie Trends erkannt, integriert und gelebt werden.

IECA
Welche Herausforderungen stellt ein digitales Event? Welche Besonderheiten gibt es?

Kristin Westphal
Digitale Formate ticken anders. Sie sind kurzweiliger, brauchen eine andere Dramaturgie, eine wesentlich komplexere Technikausstattung und sind näher am Format Fernsehen als am Format Bühne. Bei richtigem Angehen machen sie richtig Spaß und hinterlassen einen echten Wow-Eindruck beim Zuschauenden. Besonderheiten? Hier kommt es ganz drauf an, was das Ziel ist. Wer ist die Zielgruppe, was soll am Ende erreicht werden? All diese Fragen müssen erst einmal beantwortet werden, um zu schauen, wo wir das digitale Event positionieren. Und dann kann ich erklären, was für Besonderheiten auf uns zukommen.


IECA
Braucht es spezielles Fachwissen und Kenntnisse zur Umsetzung digitaler Events? Wenn ja, warum?

Kristin Westphal
Virtuelle Eventformate spielen nach anderen Regeln als die Verwandten in der Live-Welt. Ein klares JA also auf die Frage, ob spezielles Wissen benötigt wird. Warum? Es gilt immer in zwei Ebenen zu denken; was passiert in meiner Location / Studio / vor der Kamera und was passiert im Stream. Der Stream ist das Bild meiner Zuschauenden. Beides muss bespielt und miteinander verknüpft werden. Das waren in meinen ersten Jobs als Projektleiterin für digitale Veranstaltungen, meine größten Herausforderungen, diese Ebenen zu durchdenken. An dieser Stelle war sehr viel neu für mich. Die Technik in der virtuellen Welt ist wesentlich komplexer als in der Live Kommunikation. Und auch im Bereich Content & Dramaturgie muss ganz anders gedacht werden. Für die Zuschaueraktivierung reicht es nicht mehr, dass der Moderator gut performt; virtuelle Events stellten da höhere oder, vielleicht besser ausgedrückt, andere Anforderungen.
Nächstes Web-Seminar der Internationalen Event- und Congress-Akademie mit Kristin Westphal am 14. & 15.07.2022, jeweils 09.00 – 10.30 Uhr.
Quelle: Internationale Event- & Congress-Akademie