
Nachhaltigkeitsaspekte sind heute regelmäßiger Bestandteil der Briefings für Messe-Projekte. Doch zwischen ambitionierten Zielen, aussagekräftigen Kennzahlen und der wirtschaftlichen Umsetzung der Konzepte bestehen weiterhin Herausforderungen. Stefan Trieb, CEO von mac. brand spaces, sieht die Branche vor einem strukturellen Wandel: ESG-Fragestellungen werden vom zusätzlichen Qualitätsmerkmal zum festen Bestandteil zukunftsfähiger Geschäftsmodelle.
Es ist ein wesentlicher Schritt, über die einzelne Veranstaltung hinaus zu denken. Denn werden Gestaltung, Materialeinsatz und Kosten nur für einen einzelnen Event betrachtet, bleiben die möglichen Vorteile einer wiederholten Nutzung häufig unberücksichtigt. Mehrfachnutzung ermöglicht für Design, Konstruktion, Produktion und Logistik intelligente Synthesen, die sich budgetär auszahlen. „Zirkuläre Lösungen können Kosten begrenzen“, so Stefan Trieb. „Voraussetzung ist, Messeauftritte nicht isoliert, sondern langfristig und programmatisch zu planen.“
Auch ESG-Zertifizierungen und -Ratings gewinnen an Bedeutung, weil sie Orientierung geben. Die Herausforderung: Mehr als 80 unterschiedliche Zertifizierungs- und Bewertungssysteme hat mac. brand spaces bereits gezählt. Gefragt sind von den Dienstleistern deshalb belastbare Daten statt pauschale Nachhaltigkeitsversprechen auf Unternehmensebene und auf Ebene des Einzelprojektes.
Ob ein Konzept tatsächlich ökologische Vorteile erzielt, muss nachvollziehbar bewertet werden. mac. brand spaces erstellt deshalb projektbezogene Carbon-Footprint-Analysen und Materialmengenanalysen.
Für die Weiterentwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle kommt es darauf an, Umweltwirkungen und wirtschaftliche Kennzahlen gemeinsam zu betrachten: Wo sinkt der Materialbedarf? Welcher Aufwand entsteht durch weitere Nutzungen? Und wie entwickeln sich die Gesamtkosten über die Veranstaltungen?
Initiativen wie die Better Stands Awards sind ein pragmatischer Einstieg in zirkuläres Denken und den Abschied von Einwegständen. Von Veranstaltern und Venues wünscht sich Stefan Trieb, dass sie kreislauffähige Konzepte stärker fördern, beispielsweise durch konkrete Anreize für zertifizierte Stände.
Für die Zukunft erwartet er eine weitere Professionalisierung der Branche. Komplexere Nachweispflichten und steigende Anforderungen an das Know-how der Dienstleister erhöhen den Handlungsdruck.
Stefan Triebs Prognose lautet: „Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit werden künftig nicht mehr getrennt zu betrachten sein. Sie sind keine Attribute eines Messeprojekts, sondern Teil der Frage, ob ein Unternehmen grundsätzlich wirtschaftlich und zukunftsfähig arbeitet.“
















