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Digitale vs. analoge Events: Möglichkeiten, Konzeption, Broadcast-Sichtweise

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Christian Poswa, COO von insglück Gesellschaft für Markeninszenierung, hat sich mit den Unterschieden in der Konzeption virtueller und analoger Events sowie deren Möglichkeiten für die Zukunft auseinandergesetzt.

Bei der Konzeption muss man laut Poswa auf jeden Fall berücksichtigen, dass der Wirkungsmechanismus von Live-Events nicht einfach nachgebildet werden kann. Digital lässt sich Content zwar gut transportieren, Emotion eher nicht beziehungsweise deutlich schlechter.

Virtuelle Events können die Sachebene hervorragend abbilden, auf der Beziehungsebene zu agieren, ist da schon deutlich schwerer. Genau hier müssen Veranstaltungskreative ansetzen und immer wieder Impulse setzen. Interaktivität und Involvement der Teilnehmer sind dabei essentiell. Darüber hinaus gibt es auf Digital-Events eine viel kürzere Aufmerksamkeitsspanne, die Drop-off-Rate kann schlimmstenfalls sehr hoch sein – genau darauf muss man mit einer geeigneten Dramaturgie reagieren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die „Broadcast-Sichtweise“. Das Arbeiten mit Schnitt, Kamerapositionen und -führung ist für das Erlebnis der Teilnehmer bei virtuellen Eventformaten extrem wichtig. Formate aus der TV-Unterhaltung sind da definitiv eine Benchmark. Das schafft Spannung, die bei vielen Streamingevents bisher fehlt, weil das Bild zu statisch bleibt.

Hintergrund: Teilnehmer haben die Hoheit über den eigenen Rechner und schalten bei langweiligen Beiträgen schnell ab. Entsprechend muss man von einer verkürzten Verweildauer ausgehen, um eine hohe Effizienz zu erreichen. Komprimieren, verdichten und die Entwicklung einer eigenen digitalen Dramaturgie sind die Wege zum gelungenen Digital-Event.

Eine funktionierende Technik, passgenaue Interaktionen und gut gecoachte Moderatoren beziehungsweise Sprecher sind in jedem Fall Erfolgsfaktoren für virtuelle Events. Außerdem ist es wichtig, ein Gemeinschaftsgefühl entstehen zu lassen, zum Beispiel durch im Vorfeld versendete Accessoires und deren geschickte Einbindung in die Dramaturgie. Tools aus der digitalen Welt wie Chat-Funktionen, der Einsatz von Collaborations-Tools, Votings, Breakouträume, digitale Workshops mit Whiteboards, der Einsatz von Avataren oder Augmented-Reality Elemente im Livebild müssen so eingebunden werden, dass sie Spaß machen und einen Mehrwert für die Teilnehmer bringen.

Und auch Mehrsprachigkeit ist bei größeren Events wie internationalen Konferenzen ein Thema. Hier ist eine gute technische und inhaltliche Umsetzung enorm wichtig.

Mehr dazu gibt es im Interview mit Christian Poswa . . .